23.08.2016,Woody Pass – Canada Border – Manning Park (mi 2661)

So, jetzt war es soweit der letzte Tag auf dem PCT brach an. Demi sass noch etwas verschlafen auf einem Stein und genoss nochmals  den Sonnenaufgang und die Stille.

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Für unsere Schuhe wurde es höchste Zeit, dass der Trail zu Ende ging. Sie waren obenrum völlig verrissen und das Wasser drang sofort bis zu den Socken vor. Insgesamt haben wir 8 Paar Schuhe durchgelaufen.image

Nun standen uns noch zwei nicht allzu lange letzte Aufstiege bevor. Danach sollte es bis zum Canada Border nur noch geradeaus und abwärts gehen. Als der letzte bzw. allerletzte Anstieg auf dem PCT geschafft war frühstückten wir nochmals unter freiem Himmel. Mit dem Wasser nachfüllen ohne Filter und inzwischen auch ohne Jodtabletten funktionierte es bis jetzt ganz gut. Jedenfalls geht‘ s uns noch gut.

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Wir kamen recht zügig vorwärts und schon bald waren es nur noch wenige Meter bis zum Ziel. Jetzt wurde uns doch ein wenig komisch zu Mute. Wars das wirklich schon? Die Zeit auf dem PCT verging nämlich für uns extrem schnell. Bevor wir die letzte Kurve nahmen, fühlte ich einen stechenden Schmerz in der linken Wade. Ich sah gerade noch wie eine Wespe an meinem Bein hing. Ja super, als Begrüssung ein weiterer Wespenstich. Dieser Vorfall war jedoch schnell vergessen als wir tatsächlich vor dem Northern Terminal standen. Als erstes mussten natürlich Erinnerungsfotos von dem einmaligen Moment geknipst werden. Das Monument befindet sich in einer Waldschneisse die irgendwann im 19ten Jahrhundert errichtet wurde und die Grenze zwischen Canada und den USA kennzeichnet.. Auf den Fotos ist diese leider nicht so gut ersichtlich. imageimage

imageWir setzten uns noch eine Weile auf einen Baumstamm und genehmigten uns die von Demi über Wochen eisern aufbewahrten letzten zwei Appenzeller Biber als Belohnung.image

Vor uns waren noch drei junge Männer angekommen. Die feierten ihre Ankunft mit lauten Jauchzern und den Worten “ This was a fucking long walk“

Da sich das Northern Terminal mitten im Wald befand waren wir noch nicht ganz fertig. Wir mussten die noch  zirka 12 km bis Manning Park weiterlaufen. Auf der canadischen Seite wanderten wir nun im gemächlichen Tempo durch dichten Wald und Bodengestrüpp Richtung Manning Park. Als Abschluss gings teilweise nochmals  „ruppig“ aufwärts bevor der Trail dann die letzten 3 km flach und an einem schön angelegten Waldweg entlangführte. So erreichten wir Manning Park kurz vor 15 Uhr.image

imageManning Park, bestehend aus einer grossen Lodge und angrenzendem Restaurant, liegt völlig abseits. Wir wussten noch nicht wie es nun weitergehen soll. Dies klärte sich jedoch schnell. Die Lodge war komplett ausgebucht. An der Rezeption erhielten wir den Hinweis über die Greyhound- Busverbindungen und einen Beleg für kostenloses Duschen sowie ein Gratisgetränk im angrenzenden Restaurant in die Hand gedrückt.😀

Die Tickets für die Busfahrt nach Vancouver durften wir in der Lobby am Computer ausdrucken. Zuerst dachten wir es sei ein Druckfehler, als wir die Abfahrtszeit erblickten. Aber es war tatsächlich so, dass der  Bus hier morgens um 2 Uhr eintreffen wird. Auf eine weitere schlaflose Nacht kams jetzt auch nicht mehr drauf an. Wir nutzten die Zeit zum Duschen, Kleider waschen und  unsere Schuhe sowie krummen Stöcke zu entsorgen. Im angrenzenden Lokal assen wir gesunde Sachen und schauten uns nochmals die vielen Fotos unseres verrückten Trips an.

Schön wars, herausfordernd, einmalig ! image

Wir hoffen nun uns schnellstmöglichst in der Zivilisation wieder einzuleben.

Nochmals ein herzliches Dankeschön an alle die uns ein Paket zugestellt haben sowie euer Interesse an unserem Reiseblog.

Demi + Anita

 

 

 

22.08.2016, Glacier Pass -Woody Pass ( noch 18.4 km bis nach Canada)

Die zweitletzte Nacht auf dem PCT hatte es in sich. Infolge sehr starker Windböen fanden wir keinen Schlaf. Am Morgen als es Zeit wurde das Ventil unserer Schlafmatten zu öffnen konnten wir uns fast nicht überwinden. Dazu kam, dass wir verdächtige Tropftöne von draussen wahrnahmen. Regen konnten wir jetzt wirklich nicht gebrauchen. Der Himmel war zwar stark bewölkt aber es regnete nicht. Durch den starken Wind hat es den Sand der am Boden lag aufgewirbelt und „regnete“ jetzt quasi von oben auf unser Zelt. Es war sehr kalt und wir zogen so ziemlich alles an was wir an Kleider dabei hatten.image Kurz nachdem wir uns auf den Weg machten fing es wirklich an zu regnen. Also mussten die Regenklamotten auch nochmals in Einsatz gebracht werden. Es kam noch besser, jetzt fing es doch tatsächlich auch noch an zu schneien. Wir waren schon einige Zeit unterwegs als uns ein Hiker entgegenkam. Aufgrund seiner Silvesterlaufmütze konnte es sich nur um einen Schweizer handeln. Dem war den tatsächlich auch so. Er kam von Zürich und hat den PCT im Alleingang absolviert. Er teilte uns mit, dass er von uns zwei Schweizern auf dem Trail bereits gehört habe.😀Da er keine Bewilligung für Canada eingeholt hat musste er nun wieder bis zum Rainy Pass zurücklaufen.

Am Nachmittag trafen wir auf zwei ältere köstliche Asiatinnen. Mit pinkem und knallblauem Regenüberwurf sahen sie aus wie wackelnde Wüstenschiffe. Sie kamen kaum vom Fleck. Sie fragten uns wo der Weg eigentlich hinführe. Wahrscheinlich haben sie sich ein wenig verirrt. Sie wollten auf den Rainy Pass, liefen nun aber in die falsche Richtung. image

Der PCT hat uns heute nochmals alles abgefordert. Von Steil- über Geröllhänge, querliegende Baumstämme, Flussüberquerungen, sowie zugewachsenem Pfad war alles vorhanden.

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imageNatürlich begegneten wir auch heute kleineren  und grösseren Tierchen.imageimageNach 42 km stellten wir inmitten eines Aufstiegs das allerletzte Mal unser Zelt auf. Wir konnten es noch gar nicht fassen. Da wir noch zwei Beutel Fertigstocki dabei hatten, gab es heute Abend die doppelte Portion als Abschlussdinner. Bei unglaublicher Abendstimmung und umgeben von gewaltigen Felswänden schauten wir dem Sonnenuntergang entgegen.image imageWir hatten Mühe einzuschlafen und so liessen wir die vielen Erlebnisse und Eindrücke der letzten Monate nochmals Revue passieren.

21.08.2016 Rainy Pass – Glacier Pass

Die ersten 6km führten uns auf die Spitze des Berges. Oben angekommen fanden wir einen wunderschönen Platz wo wir unser Frühstück zu uns nahmen.

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Es kamen uns unerwartet viele Wanderer entgegen. Wir fragten uns wo die wohl alle übernachtet haben… Es stellte sich heraus, dass sich die Snowy Lakes ein paar Meilen weiter befanden welche bei Wochenendausflüglern sehr beliebt sind. Wir befanden uns heute fast ausschliesslich auf 7000ft. / 2100 m.ü.M. imageDiese Höhe werden wir bis zum Ende des Trails beibehalten. In einer Kurve standen wir nun tatsächlich vor der erreichten  Marke mi 2600. imageDas Wetter spielte heute nicht so mit. Gegen Abend zogen Wolken auf und es begann zu winden.

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Als wir das Zelt nach 40km aufstellten war es noch ca. 0 Grad warm/ kalt 😳 Dementsprechend mumelten wir uns in unsere Schlafsäcke ein.image

20.08.2016, Stehekin – Rainy Pass

Wir nahmen heute Morgen den ersten Shuttle Bus um 8.15 Uhr,mit dem obligatorischen Zwischenhalt bei der Bäckerei im Wald, zurück zum Trailhead. Noch 3 1/2 Tage auf dem PCT bis wir die Grenze zu Canada erreichen werden. Wir können dies noch nicht so ganz realisieren. So marschieren wir bei grösster Hitze los. Und natürlich gings als erstes wieder mal richtig „gäch“ aufwärts. Es warteten einige kleinere Flussüberquerungen auf uns die wir über Baumstämme oder sogar Brücken gut meistern konnten.

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Auf dem Rainy Pass angekommen wunderten wir uns über die vielen Autos auf dem Trailhead. Es war doch bereits abends um 19.00 Uhr. Fand da irgendwo eine Party statt? Wohl kaum…

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Ach ja, es war ja Wochenende und wir stellen immer wieder fest, dass sich die Amerikaner sehr gerne in der Natur aufhalten. Kein Wunder bei diesen fantastischen Gegebenheiten. Kurz vor dem Rainy Pass sichteten wir an einen Baum gebunden eine kleinere verschlossene Metallbox. Vielleicht war dies eine Hikerbox mit kühlen Getränken. Das wärs…Bei genauerem hinschauen und öffnen der Box erkannten wir zwei Briefe und zwei köstliche Pack der feinsten Cookies. Diese wurden explizit für zwei PCT Hiker hinterlegt. Coole Idee.

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Plötzlich standen vor uns zwei Ziegen auf deren Rücken ein Traggestell festgebunden war. Das sah vielleicht skurril aus… Die Besitzerin erklärte uns, dass die Ziegen bis zu  30 Pfund Gepäck an Gewicht mitragen können. Oh das wär’s, am liebsten hätten wir eine Ziege ausgeliehen.

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Kurz vor dem Eindunkeln stellten wir unser Zelt im dichten Wald auf. Wir sicherten unseren Essenssack hoch oben an einem Baum. Wir waren uns fast sicher, dass in der Nacht Hochbetrieb unter den Waldbewohnern herrschen würde.

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19.08.2016 Cedar Camp – Stehekin ( noch 80.7 mi bis Canada)

Unser heutiges Ziel war Stehekin. Das kleine Örtchen welches nur per Fähre oder Schotterstrasse erreichbar ist wird unser letzter Stopp auf dem Trail sein. Für die Wanderer gibt es ein Shuttle welches von der lokalen Ranger Station über die Bäckerei nach Stehekin fährt. Uns trennten noch 16km von der besagten Ranger Station und wir errechneten, dass wir den 12:30 Uhr Bus erwischen sollten. Um 11:00 Uhr trafen wir bei der Station ein und vertrieben uns die Wartezeit mit einem kleinen Nickerchen. Der Bus erschien pünktlich und lud uns und einige andere PCTer und Tageswanderer auf. Der erste Stopp fürte und zur Bäckerei mitten im Wald im nirgendwo.

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Dort genehmigten wir uns eine Zimtschnecke und ein Stück Zitronenkuchen. Dann gings weiter nach Stehekin.

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Wiedereinmal hatten wir ein riesen Glück und ergatterten das allerletzte Zimmer in der einzigen Lodge in Stehekin!

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Als dieses bezogen war erledigten wir unsere Einkäufe und die Wäsche. Neben dem Waschraum liess sich ein Reh nicht aus der Ruhe bringen.

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Stehekin scheint sehr beliebt zu sein bei Wochenendausflüglern. Es ist aber auch ausserordendlich schön gelegen, inmitten der Berge am Lake Chelan.

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18.08.2016 Vista Creek – Cedar Camp

Gleich als erstes am Morgen geschah heute ein mittleres Unglück. Mama wurde auf ihrem Gang zum morgendlichen Geschäft gleich von 3 Wespen gestochen! Sie sah aus wie ein Preisboxer der eine harte Rechte kassiert hat weil ein Stich genau ins Augenlied ging. Zum Glück war der Trail heute sehr angenehm und er führte uns mehrheitlich durch den Wald.

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Zu Beginn führte er ca. 3mi gerade aus und dann folgte ein 11mi langer Anstieg. Oben angekommen überschritten wir am Nachmittag die 100mi Marke! imageKurz darauf begeneten wir dem selbsterklärten letzten Southbounder und wünschten ihm viel Glück für die verbleibenden 2500mi. Mit ihm würde ich nun wirklich nicht tauschen wollen 🙈. Nach guten 40km erreichten wir Cedarcamp, wo wir das Zelt inmitten einiger anderer Camper aufstellten. Nun trennen uns nur noch 90mi von der kanadischen Grenze!

17.08.2016 Fire Creek -Vista Creek

Ein sehr strenger Tag. Es war heiss und wie so oft liefen wir praktisch den ganzen Tag bergauf. Wir kamen beide ziemlich an unsere Grenzen… An Tagen wie diesem laufen wir ganz nach dem Motto: “ Augen zu und durch“ nur dass wir natürlich die Augen nicht zu machen können 🙈 Daher konzentrierten wir uns einfach auf den Trail. Aus diesem Grund gibt es von diesem Tag auch nicht viel mehr zu berichten. Wir waren einfach froh, als wir nach 34km unser Zelt mitten im Wald aufstellen konnten.

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16.08.2016, Indian Creek Trail Junction – Fire Creek (mi 2515.3) noch 134.8 mi bis Canada

Als wir morgens aufwachten sah es in unserem Zelt wie in einer Tropfsteinhöhle aus. Das Umziehen gestaltete sich entsprechend umständlich. Draussen blies uns ein zügiger kalter Wind entgegen. Eine weitere Überraschung folgte als Demi unseren Essenssack in ihrem Rucksack verstauen wollte. Da klaffte doch tatsächlich ein grosses Loch mittig des wasserdichten Beutels. Schnell wurde uns klar, dass sich in der Nacht wahrscheinlich ein Reh an unseren Tortillas bedient hat. Das ganze Pack wurde sauber mit einem Biss durchtrennt.image

Hoffentlich hat es ihm wenigstens geschmeckt so ohne Nutella und Philadelphiakäse obendrauf ist es eher eine trockene Angelegenheit. Wir wurden in letzter Zeit aber auch immer nachlässiger mit der Lagerung unseres Proviants. Da waren wir nun wirklich selber schuld. Wir vermuten, dass es sich um dasselbe Reh handelte, dass uns gestern Abend mit gebührendem Abstand einen Besuch abgestattet hat.

Nach dem ersten Aufstieg bei wunderschöner Aussicht haben wir gefrühstückt und unser nasses Zelt ausgepackt um es an der Sonne abtrocknen zu lassen.image

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Währenddessen hatten wir genügend Unterhaltung mit einem Streifenhörnchen. Dieses kannte jetzt aber gar nichts. Es schlüpfte fast in einer unserer Plastikbeutel mit Nüssen.imageimage

Die Sonne heizte nun tüchtig ein. Wir erleben auf diesem Trail die vier Jahreszeiten manchmal an einem Tag. So sahen wir am Morgen aus als ob wir an einer Antarktis Expedition teilnehmen würden. Ein paar Stunden später schwitzten wir in kurzen Hosen und T-Shirt vor uns hin.

Den Rest des Tages gings weiter aufwärts. Wir kamen nicht so recht vom Fleck. Der Trail war zeitweise zugewachsen und musste von uns mit den Stöcken freigelegt werden damit wir überhaupt sahen wohin wir traten. Dazu kam, dass der Pfad in den Steilhängen immer leicht abfallend war und sich dadurch auf unsere Füsse sehr kräftezehrend auswirkte.

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Zwischendurch wurden wir immer wieder mal durch das laute Pfeiffen der Murmeltiere aufgeschreckt.image

15.08.2016, Lake Janus Outlet -Indian Creek Trail Junction (noch 154.4 mi bis Canada)

Unsere Cowboycamper haben bereits am frühen Morgen wieder tüchtig eingefeuert. Sie hatten es alles andere als eilig und genossen die letzten Meilen auf dem PCT Trail ausgiebig.

Wir hatten ganz andere Probleme. Unser Wasserfilter war nun endgültig ausgestiegen. Es ging gar nichts mehr. Er war komplett verstopft und konnte nicht mehr bedient werden. Was nun, wir brauchten bei diesen Temperaturen je bis zu 4 Liter Trinkwasser pro Tag. Irgendwo hatten wir zur Sicherheit noch Jodtabletten eingepackt. Diese kramten wir nun hervor. Die Hälfte hatte sich bereits von selbst aufgelöst. Nach einem gemeinsamen Inventar hatten wir noch 6 Stk einsatzfähige Jodtabletten ausfindig machen können. Super… Nun hiess es die Wasserquellen gut zu inspizieren. Wir versuchten vorallem bei hochgelegenen und gut fliessenden Flüssen oder kleinen Wasserfällen unsere Trinkbeutel abzufüllen. Sollten wir widererwarten Magenprobleme erhalten hätten wir noch genau 4 Tabletten dabei um diese einzudämmen.

Heute gings bei allerschönstem Hochsommerwetter ebenfalls stetig bergauf. Der Trail forderte uns wieder einiges ab.

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Nach 40 km stellten wir unser Zelt auf einer Wiese auf. Während wir in unserem Zelt unser Abendessen einnahmen, spazierte in wenigen Metern Entfernung von unserem Zelteingang ein Reh gemächlich an uns vorbei, zeigte jedoch wenig Interesse an uns.image

14.08.2016, Leavenworth – Stevens Pass – Lake Janus Outlet (mi 2471.3) noch 178 mi bis Canada

Leavenworth erinnerte uns fast ein bisschen an Disney World. Sehr viele Leute, sehr touristisch von allem des Guten zuviel. imageDas war nicht immer so. Das einstige Minenstädtchen sollte eigentlich als Geisterstadt enden. Doch dann hatten drei Einheimische nach einem Besuch in Deutschland die Idee, Leavenworth in ein bayrisches Alpenresort umzuwandeln. Sie erhofften sich dadurch wieder finanziellen Aufschwung. So wie es scheint funktioniert dies bis heute bestens. Nach einer kurzen Nacht wollten wir in einem nahgelegenen trendigen, leicht alternativ angehauchtem Lokal unsere noch ausstehenden Blogeinträge nachholen. Uns gefiel es dort so gut, dass wir länger sitzen blieben als gedacht. Das Personal war locker drauf und das Angebot an Getränke und Speisen entsprach genau unserem Geschmack. Nach 12 Uhr verliessen wir mit den besten Wünschen für den Rest des Trails das Lokal. Draussen erwartete uns eine brütende Hitze. Wir hofften natürlich unter diesen Umständen nicht zu lange auf eine Mitfahrgelegenheit warten zu müssen. Wie fast immer hielt nach sehr kurzer Zeit schon ein Auto an. Eine junge Frau in einem umgebauten Van bot sich an uns die gut 40 km zurück auf den Stevens Pass zu chauffieren. Die erst 20 jährige Elisabeth lebt ab und an in ihrem Auto und hat es entsprechend umgebaut. Sie erzählte uns, dass sie momentan in einem Hotel in Leavensworth arbeitet bis sie sich im klaren ist, wie es schulisch weitergehen soll. Nach einer herzlichen Verabschiedung schlenderten wir zum Trailhead.

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Die Motivation unsererseits war auch schon mal besser. Doch wir fanden unseren „Tramp“ relativ schnell wieder. Das Terrain war uns seit Tagen bestens bekannt, nämlich mehrheitlich bergauf und im Wald.

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Auf unserem heutigen Campingplatz direkt an einem Bergsee

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hatten sich bereits zwei ältere Herren gemütlich eingerichtet. Es stellte sich heraus, dass sie seit 36 Jahren immer wieder Teilabschnitte des PCT gewandert sind und sich nun auf den letzten 30 mi befanden. Der PCT als Lebenswerk 😀, die Geschichte fanden wir beeindruckend. Die zwei Herren übernachteten in ihren Schlafsäcken unter freiem Himmel in der Nähe des von ihnen entfachten Lagerfeuers. Wir bevorzugten es in unserem Zelt zu nächtigen.

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Bevor es jedoch soweit kam hatten wir noch ein  „kleines Intermezzo“ mit zwei Moskitos im Zelt und einem vorwitzigen Streifenhörnchen im Vorzelt.