30.05.2019 La Jara – Alamosa

Tag 19: 40 km

Wir erwachten bereits um 6 Uhr, doch erst als die Sonne unser Zelt in eine Sauna verwandelte konnten wir uns aufraffen. Draussen war es frostig und sogar unser Zelt war etwas vereist. Wenn das sogar hier im Tal passiert wollen wir uns gar nicht vorstellen wie die Situation erst in den Bergen ausgesehen hätte… Wir setzten uns gemütlich vors Zelt in die Sonne um uns und das Zelt aufzutauen und um zu frühstücken. Da uns nur noch knapp 40km von Alamosa trennten hatten wir keine Eile. Um 9 Uhr bestiegen wir dann unsere Räder und legten die Distanz zur Ortschaft bis auf einen kurzen Trinkstopp an einer Tankstelle in einem Rutsch zurück. Der Strecknverlauf war ebenmässig und die Strasse gänzlich unspektakulär. Auf Grunde dessen gibt es leider vom gesamten Tag kein einziges Foto 🙈 In Alamosa angelangt besorgten wir uns ein Zimmer und assen in der Nähe einen Salat um unseren Körpern wiedermal ein paar Vitamine zuzuführen. Danach gings zum Einkaufen, Wäsche waschen, Blog schreiben und Faulenzen. Diesen halben Zeroday brauchten wir dringend. Wir merken, dass unsere Körper viel mehr Pausen braucht als noch auf dem PCT.

 

29.05.2019 ausserhalb Taos- La Jara

Tag 18: 102 km 

Wir wachten um 7 Uhr auf und packten unsere Velos. Beim Abschied drückte uns der nette Betreiber des RV Parks je eine Postkarte mit den Sehenswürdigkeiten der Gegend in die Hand. Auf meiner war die Brücke über den Gorge zu sehen, den Canyon den wir nach wenigen Kilometern auf der Strasse auch überqueren würden. Wir bedankten uns und radelten los. Die Strecke war bis zur Brücke noch leicht abfallend und so erreichten wir rasch eben jenen Canyon der auf der Postkarte zu sehen war. 203F8274-2DDC-47C2-802C-6C8CAFF7DFD9Wir stoppten und schoben unsere Räder über die Brücke um tausende Fotos zu schiessen. Der Ausblick war atemberaubend und in dieser sonst flachen Gegend ziemlich unerwartet.

Danach fing die Strecke an zu steigen und blieb für den Rest des Tages immer leicht ansteigend.

Nach einigen Kilometern erblickten wir Ufoartige Häuser die auf der einen Seite mit riesigen Fensterfronten und Dolarpannels aus der Erde ragten und auf der anderen Seite komplett im Boden versanken. Ich wusste sofort, dass es sich um Earthships handeln musste, da ich einige Tage zuvor eine Doku über diese Lebensform gesehen hatte. Mama war total fasziniert und so hielten wir an um wiederum einige Fotos zu machen. Earthshipper leben nach dem Prinzip nachhaltig und möglichst unabhängig zu existieren, bzw. zu wohnen. Das bedeutet sie produzieren eigene Energie, versuchen ein möglichst unabhängiges Wasser- und Entsorgungssystem zu betreiben und von dem zu leben was sie selbst produzieren.

Nach diesem Stopp fuhren wir bald auf einer schnurgeraden Strasse, die man bis zu den Bergketten am Horizont sehen konnte. Wir beschlossen eine kleine Stärkung zu uns zunehmen und machten es uns am Strassenrand gemütlich. Plötzlich stand aus dem nichts ein Lama hinter uns! Wir trauten unseren Augen kaum! Es spazierte um uns herum und beäugte interessiert unsere Snacks. 5E822ABF-FA23-4DE5-A95E-6557327F494EWir räumten rasch zusammen und hofften, dass das Lama nicht in Spucklaune war.

Wenige Minuten später sassen wir wieder im Sattel und steuerten auf die Berge zu. Nach weiteren 15km gelangten wir an eine Kreuzung, an welcher laut App eine Tankstelle stehen sollte. Leider schien diese bereits vor langer Zeit den Betrieb eingestellt zu haben und so fuhren wir noch einige Meter weiter zu einem Restaurant. Wir schlüpften rasch hinein, denn es hatte unterdessen begonnen zu schneien (!!). Drinnen war es warm und wir tranken trotz Kälte einen Milkshake, gefolgt von Salat und Pizza. Trotz der Kälte und den wiedrigen Umständen wollten wir noch weiterfahren, denn wir hatten erst 45km hinter uns gebracht. Nur wenige Minuten nach dem wir das warme Restaurant verlassen hatten, wurde es auch draussen wieder angenehmer. Die Strasse welcher wir folgten verlief nun leicht abfallend und machte uns das strampeln leicht. B49E955C-4559-417C-9195-BD62DABA5E94Wir erreichten um 16 Uhr dann endlich die lang ersehnte Staatsgrenze und setzten unsere Reise nach dem obligatorischen Fotostopp im Bundesstaat Colorado fort.A4A99418-AB8A-4FEE-8EA3-6D1EF369F24CA883DDB1-3C7E-40E7-B9E3-111A24C478C4 Weils grad so gut lief machten wir in La Jara selbst nur einen kurzen Boxenstopp und fuhren dann noch einige Kilometer weiter. Bei einer stillgelegten Eisenbahnanlage richteten wir dann kurz vor 19 Uhr nach 102 km unser (windiges) Nachtlager ein.

 

 

28.05.2019 Carson National Forrest- ausserhalb Taos

Tag 17: 65 km

Da wir uns auf etwas über 2700 m.ü.M aufhielten, war es am Morgen wieder bitterkalt. Anfangs dachten wir noch die 4 verschiedenen Jackenarten die wir von zu Hause mitnahmen seien doch etwas des Guten zuviel. Doch mittlerweile sind wir um jedes Stück froh und ziehen jeweils am Morgen mindestens 3 Jacken übereinander an. Es ist wie damals auf dem PCT, es kann durchaus vorkommen, dass wir an einem Tag mit kompletter Ausrüstung inkl. dicken Handschuhen starten. Dann kurze Zeit später kurzärmlig, schwitzend den Berg hinaufradeln und einige Stunden später uns Schneeflocken um den Velohelm tanzen.

So starteten wir heute in voller Montur in den Tag. Es ging noch einige Höhenmeter weiter nach oben bis dann eine längere Abfahrt nach Taos folgte. In einem Pueblo machten wir kurz Halt um zu frühstücken. Da dieses Örtchen wie die meisten anderen ziemlich verschlafen schien,  setzten wir uns bei einem geschlossenen Café im Aussenbereich hin. A48FA61C-3578-4311-B464-C263770D8BF6Oft sind Teilbereiche der Aussenmauer mit diesen Mosaiksteinen versehen.

Weiter gings nach oben. Als wir den höchsten Punkt erreicht hatten gabs kurzerhand eine Liegepause neben der Strasse. 71BA07AE-FC63-464C-BAD1-1E1B2104A2ADWir genossen jeden wärmenden Sonnenstrahl. Dann endlich folgte eine moderate lange Abfahrt nach Taos.

Taos liegt auf 2134 m.ü.M., ist seit über 1000 Jahren bewohnt und damit einer der ältesten Siedlungen der USA. Das Örtchen erinnert ein wenig an Santa Fe. Die Häuser sind ebenfalls mehrheitlich aus Lehmstein gebaut und das Kusthandwerk ist allgegenwärtig.

Wir assen in einem Restaurant zu Mittag und fuhren danach weiter. 704A1399-2D56-4E08-8E4D-9C5CBB57598EEtwas ausserhalb sichteten wir tatsächlich ein Velogeschäft. Vielleicht wäre es ganz gut unsere Velos kurz checken zu lassen und für mich, bei meinem momentanen Verschleiss, einen zusätzlichen Reserveschlauch zu kaufen. Als wir das Velogeschäft betraten erwartete uns coole Musik in einem Einmannbetrieb. Der Inhaber war ein sympathischer vor sich hinsingender Mann. Er schaute unsere Velos kurz an und war der Meinung es sei alles soweit noch ok. Gut so…8F4C1126-310D-49F3-91A8-A858403C1737Wir wollten jedoch unbedingt noch Ersatz- Bremsbeläge kaufen und so suchte er in seinem Sammelsurium die passenden raus. Dies dauerte zwar eine Weile doch wir hatten ja keine Eile.

Danach fuhren wir noch ein Stück bis wir unser Zelt in einem Park sogar mit Überdachung aufstellen konnten.

 

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27.05.2019 Santa Fe – Carson National Forest

Tag 16: 75 km

Kurz vor 8 Uhr gings los und der erste Stopp folgte bereits ums Eck bei der Tankstelle. Demi musste dringend auf die Toilette und unser WC im Motel war verstopft…

Als dieses Geschäft auch erledigt war, fuhren wir stadtauswärts einen längeren Hügel hinauf. Die Häuser am Stadtrand sind gut getarnt mit viel Grün und lassen einem nur erahnen welche Wohnträune sich dahinter verbergen.

 

Als wir der wunderschönen Stadt Santa Fe den Rücken gekehrt hatten gings 30 km bergab. Wir fuhren wieder nach Pojoaque zurück, wo wir vor 2 Tagen mühsam hochgestrampelt sind. Für diese Strecke haben wir vorgestern fast 4 Std benötigt und heute gelangten wir nach nicht mal 1 Stunde wieder zurück. In Pojoaque füllten wir noch unsere Wasserbehälter auf und los gings Richtung Taos.

Den Rest des Tages gings einfach nur noch bergauf von einem Pueblo zum nächsten. 04ACFBE3-4BF3-4AB8-8813-F44A1C4646BENach ein paar Stunden und einem weiteren heftigen Stutz fanden wir uns in einem Bergdorf ein und machten Halt vor einer Art Gallery. Bei der schrulligen Galeriebesitzerin konnten wir für je 1 Dollar ein gekühltes Soda kaufen. Zu diesem Zeitpunkt waren unsere Beine schon total übersäuert. Es war jedoch erst 14 Uhr also gings halt weiter den Berg hinauf. So schön diese Bergdörfer auch sind, die streunenden bzw. freilaufenden Hunde sind äusserst mühsam. Einmal mehr stürzte sich ein Vierbeiner auf Demi und wollte ihr in die Beine zwacken. Sie konnte gerade noch die Beine hochziehen und so biss der aggressive  Hund einfach mal so in ihre Seitentasche. Bis jetzt hatten wir Glück und hoffen es bleibt auch so.

Nach 75 km und ein paar weiteren Hügeln hatten wir für Heute genug und fanden zwischen Nadelhölzer ein gut getarntes Plätzchen.BAD3C6FE-3CED-485D-BF34-E853567FE6B4 Ich war so fix und fertig, es flimmerte vor meinen Augen so dass ich erst mal eine Stunde flachliegen musste, bevors ans Reis kochen ging.

 

 

26.05.2019 Santa Fe

Tag 15: zero

Zu Fuss schlenderten wir im Laufe des Morgens ins Zentrum von Santa Fe. Im Gegensatz zu den letzten Tagen, war es bereits am Vormittag schon richtig warm. Schön, so reichte für einmal eine Kleiderschicht😊 Übrigens, Santa Fe befindet sich auf stolze 2200 m.ü.M.55E50805-2A4B-45C6-9D8A-7577FDA3BD24Demi war ab der Farbenpracht und den Lehmsteinbauten sofort begeistert.

Die diversen Handwerkskunstläden luden zum Verweilen ein.35694F79-92A1-416D-9A1C-5D8F50874CDB

Skurrile alte Autos waren ebenfalls anzutreffen.0F82FB05-A887-4868-90B7-D2325FC656E6

0F8319ED-0F59-4D7B-8312-345F57D48A2AMeine Kunst bestand darin, am späteren Nachmittag meinem lädierten Pneu einen weiteren Aufkleber zu verpassen. Sieht doch richtig gut aus oder….? Na ja, dieser muss ja nicht kunstvoll aussehen sondern so lange wie möglich dicht bleiben.457A0976-4C03-4CF5-BD6B-38F7BD1B47E0

Jedenfalls ist Santa Fe ein absoluter Hingucker und ein Must auf jeder „Bucket List“

Morgen gehts wieder radelnd weiter Richtung Grenze zum Bundesstaat Colorado.

 

25.05.2019 Pojoaqua-Santa Fe

Tag 14: 30km 

Heute Morgen hatten es wir alles andere als presant. Von daher frühstückten wir inmitten eines Casino und setzten uns erst gegen 10 Uhr mit unseren Velos in Bewegung. Unser Ziel war ja die Hauptstadt des US- Bundesstaats New Mexiko, Santa Fe. Ich war vor 32 Jahren schon mal anlässlich einer US- Rundreise in Santa Fe und habe die spezielle Athmosphäre mit den unglaublichen Lehmsteinbauten und dem Künstlerfeeling in all den Jahren nie vergessen. Ich wollte dies Demi auf keinen Fall vorenthalten.

Die 30km kamen mir wie eine Ewigkeit vor, stetig gings bergauf und mit dem Wind schlossen wir nach wie vor keine Freundschaft. Unterwegs kamen wir an dieser Felsformationen vorbei.942B8286-F469-4094-8029-5EA1BE52491C

Gegen Mittag erreichten wir Santa Fe und das positive wohlige Gefühl für diese Stadt stellte sich sofort wieder ein. Es hat sich in all den Jahren nichts wesentliches verändert. Santa Fe ist bekannt für seine Gebäude im Pueblo Stil und gilt als Hochburg für kreatives Handwerk.7E68C477-A0C9-47C1-A2DB-67FCB3AC07B4 Das Zentrum der Stadt, die im Jahr 1610 als spanische Kolonie gegründet wurde bildet die traditionelle Plaza. Santa Fe ist heute mit rund 200 Galerien eine der bedeutendsten Orte der amerikanischen Kunstszene. B27503F8-9982-4783-8003-6B2D9D89E6A4

Als wir in unserem Motel eingecheckt hatten gings anschliessend schnurstracks zu Fuss quer durch ein Wohnviertel zu einem Waschsalon.

 

Danach gings weiter zu unserem Lieblingsladen, nämlich dem Whole Foods Market. Für unseren Znacht kauften wir diverse Zutaten für einen Salat ein.CD607C0D-E0E3-4113-AE7A-6F471BC94140 Vor dem Fernseher machten wirs uns bequem und genossen unser bunt zusammengestellter Salat mit feinem Brot. Morgen gehts auf Sightseeingtour.

24.05.2019 Jemez Spring-Los Alamos-Pojoaque

Tag 13: 78km

Wir starteten den Tag bei strahlendem Sonnenschein und angenehmer Temperatur. Jedenfalls gings bereits mit kurzer Radlerhose und ohne Handschuhe auf die erste Anhöhe los.

Unser heutiges Ziel war Los Alamos.

Ein Tag wie aus dem Bilderbuch. Einfach nur schön…

Bezaubernde Ausblicke luden immer wieder für einen kurzen Halt ein.05FD94DF-248D-47EF-9FFF-7159E4C98E0E

Und als Demis Lieblingstafel erschien, war die Welt sowieso „schwer in Ordnung“ 7C2624A6-966A-4D31-AA84-9FE466AFAA45

Nach einer angenehmer, langen Abfahrt

mit anschliessender, knackiger, kurzer Steigung sind wir um die Mittagszeit in Los Alamos angelangt. Als Belohnung gabs bei mir den dritten Platten, den wir jedoch in Kürze behoben hatten… Übung macht ja bekanntlicherweise den Meister.

Los Alamos, die verbotene Stadt, liegt auf 2231 m.ü.M und wurde in kürzester Zeit zwischen 1942 und 1945 aus der Wüste gestampft. Nie wurde eine menschliche Ansiedlung schneller gebaut, nie wurde ein Städteprojekt so geheimnisvoll betrieben. Erst Jahre später, an dem Tag da Hiroshima in Asche fiel, wurde bekannt, was in der bizarren Landschaft New Mexikos entstanden war: Los Alamos war die Brutstätte der Atombombe. Anscheinend sei es die berühmteste Kleinstadt der Welt.

Wir assen etwas kleines und fuhren dann doch weiter Richtung Santa Fe. Jetzt war volle Konzentration gefordert. Die Strassenführung war eng und kurvig.9D649D02-28E1-42C4-9C76-B57CD56FCBA9 In Pojoaque angelangt versuchten wir einen geeigneten Campingplatz zu finden. Da wir uns in einem Reservat befanden, kam zelten nicht in Frage und so landeten wir in der einzigen möglichen Unterkunft, nämlich in einem Casino Hotel. Auch nicht schlecht… Erstaunlicherweise ist es für die Amis absolut selbstverständlich, dass die Fahrräder mit aufs Zimmer kommen. C17E38EF-8D93-4B98-83A6-34FFA97372AAMeistens sind ja die Böden mit Teppichen ausgestattet und unsere Velos mit Staub und Dreck behaftet, doch das scheint überhaupt kein Problem darzustellen. Für uns ist das natürlich toll…

 

 

 

23.05.2019 Cuba- Jemez Spring

Tag 12: 62km nur bergaufwärts mit Gegenwind

Heute sollten wir die Weiten verlassen und in die Berge einsteigen. Die ersten 10 Meilen nach Cuba folgten wir einer asphaltierten Strasse welche ziemlich schnell, ziemlich heftig anstieg. Die Steigung wollte und wollte einfach nicht aufhören. Zudem zog wieder ein starker Wind auf. Doch die unsäglich schöne Gegend mit fein riechenden Fichtenwälder machten die Strapazen schon fast erträglich. Ab und zu gabs eine kurze Snackpause.9C9E1C49-00C6-441A-94CB-D99866C20426Nach 10 Meilen sollte der Trail links in den Wald abbiegen. Wir beschlossen bereits eine Weile vorher bei einer kurzen Pause dies nicht zu tun. Die Waldwege waren je höher es ging mit Schnee bedeckt. 3ADBDC96-0DA0-42AC-A91B-E04D67AB35DEGemäss unserem App würden wir nochmals gute 1000 Höhenmeter zurücklegen und dies auf unbefestigten schneebedeckten Wegen. Wir waren jetzt schon bei 2600 m.ü.M angelangt. Unser Plan war es nun auf der befestigten Strasse bis Los Alamos und von dort nach Santa Fe zu fahren. In Santa Fe wollen wir dann die Schneeverhältnisse nochmals genau checken bevor wir wieder in die Berge, Richtung Colorado einsteigen werden.

Die Strassenführung über die Bergkette war traumhaft schön. E0FD8F3A-66DA-4296-98FD-C2978BD4C23AFür eine kurze Zeit von etwa 10 km wurde aus dem befestigen Strassenbelag eine mit tiefen Furchen ausgestattete Sand-Schotterstrasse. E8462D02-E6EE-4EB4-BE08-B3BA6390726EJetzt fühlten wir uns wirklich weit ab jeglicher Zivilisation. Bären sichteten wir noch keine obwohl diese Gegend, so scheint es uns jedenfalls, ein Paradies wäre.

Den Rest des Tages keuchten wir einen Hügel nach dem anderen hinauf, bis wir in la Cueva bei Jemez Spring vorbei kamen. Völlig erstaunt erblickten wir eine Anlage bestehend aus einem Lokal und einer Lodge. Wir entschieden uns spontan einen Boxenstopp einzulegen. Wir bestellten uns in dem wirklich coolen Lokal eine Pizza.

Diese wurde vor Ort mit frischen Zutaten hergestellt und war einfach nur grandios. Danach waren unsere Bäuche jedoch so voll, dass wir nicht mehr weiterfahren konnten/ wollten. 97225D98-032E-4B67-884A-1D0E8BFCCBECAlso checkten wir in der danebenliegenden Lodge ein.A93AFCA1-DB46-4C6C-8844-F3916121EF88

22.05.2019 Navajo Reservat-Cuba

Tag 11: 42km

Wir wachten in einem vereisten Zelt auf. Es war, man kann es nicht anders ausdrücken, arschkalt! Wir packten zusammen und hängten das Zelt zum trocknen über einen Busch an die Sonne. Während wir unsere Velos startklar machten, kam ein junger Mann mit einem Hundewelpen auf dem Arm vom Haus herüber. Er brachte uns zwei Wasserflaschen. So nett! Wir bedankten uns und fuhren kurze Zeit später ohne grosse Pausen die 42km auf einer asphaltierten Strasse bis nach Cuba.

Cuba war laut Karte die grösste Siedlung weit und breit, was wohl daran liegt, dass ein grösserer Highway den Ort kreuzt. Naja…der Ort war grösser als die bisherigen, aber gross?F5283B14-2269-45EC-A4FE-D8BF008A8135 Wir steuerten das erste Café an und assen erst mal was.

Danach gingen wir über die Strasse zum gegenüberliegenden Motel und nahmen uns ein Zimmer.

Es gab kein Hauptnetz in diesem Kaff, deshalb fragten wir nach dem Internetpasswort des Motels. Die ältere, auf eine sympathische Art, aufgedackelte Besitzerin teilte uns mit, dass es zwar Wifi gibt, dieses aber nur direkt vor der Rezeption funktioniere. Blog schreiben konnten wir uns also abschminken. Wir kauften im einzigen kleinen Lebensmittelladen noch einige Sachen ein und assen im einzigen Restaurant des Ortes zu Abend. Morgen gehts hinauf in die Berge.

21.05.2019 neben der Strasse-Navajo Reservat

Tag 10: 107km

Als wir um 7 Uhr aus dem Zelt krabbelten, war es bitterkalt und wir waren hundemüde. Wir hatten eine schlaflose Nacht, denn der Wind fegte erbarmungslos über unser Zelt. Dennoch schwangen wir uns gutes Mutes auf unsere Räder und radelten los.D3C9D53C-013A-4332-8D7D-6723463D3F15 Der Wind war immer noch sehr stark und die Strasse führte uns über unendliche Hügel. Nach jeder Hügelkette folgte die nächste und so ging es über Stunden. Irgendwann fuhren wir durch Hospah, ein Ort der aus 5 Gebäuden und einer Kirche bestand. Wir hielten an und assen auf den Stufen der Kirche eine Banane. Danach gings weiter durch endlose Weiten. Es wurde während des Tages zwar etwas wärmer, doch blieb uns der starke Wind erhalten. Nach 65 km erreichten wir eine Tankstelle mitten im Navajo Reservat. Weit und breit die einzigen Touris, setzten wir uns in den angrenzenden Waschsalon um etwas zu Mittag zu essen.5F4CC0BD-D1FF-4348-8D23-6B92AAEBF59D Ursprünglich war dies unser heutiges Tagesziel, doch es war erst 13 Uhr und wir fühlten uns gut. Deshalb setzten wir uns wieder auf unsere Fahrräder und fuhren weiter. Der Himmel  verdunkelte sich zusehends und die ersten Schneeflocken fielen uns ins Gesicht. Doch glücklicherweise war dies nur ein kurzes Intermezzo jedoch blieb das Wetter für den Rest des Tages unstet.

In einer der wenigen Abfahrten merkte ich, dass mit meinem Vorderrad etwas nicht stimmte und hielt an. Tatsächlich hatte ich wieder einen Platten eingefangen. 5CDFC2F1-E875-486E-850E-87A36E450FA1Diesmal ging die Auswechslung des Schlauches um einiges zügiger😊

Nach weiteren 40 km erreichten wir in einem Tal wieder eine Tankstelle und legten nochmals einen kurzen Stopp ein. Drinnen fragten wir ob es in der Nähe einen sicheren Ort gäbe an dem wir unser Zelt aufstellen könnten. Der Herr erklärte uns, dass es in dieser Gegend vor allem Nachts nicht sonderlich sicher sei. Wir fuhren daraufhin noch ca. 5 km weiter, doch nach 107 km waren wir langsam ziemlich erschöpft. Glücklicherweise bot uns ein netter Anwohner an bei ihm vor dem Grundstück unser Zelt aufzuschlagen. Er würde ein Auge auf uns haben, meinte er. Wir nahmen dankend an und errichteten unser Nachtlager in einem kleinen Canyon bei seinem Anwesen.3671BDF4-7FFF-40F8-8335-FEC94619F077